Handharmonika-Club »Flottweg« Sillenbuch e.V.

Der Handharmonika-Club »Flottweg« Sillenbuch e. V. wurde 1932 gegründet und gehört zu den Akkordeonvereinen der ersten Stunde. Ziel und Zweck des Vereins ist die Pflege und Ausbreitung von Akkordeonmusik, was mit viel Engagement und Freude ausgeübt wird.

Der Verein bildet seine Spieler selbst aus. Ein haupt- und mehrere nebenberufliche Ausbilder unterrichten die Schüler in Einzel- und Gruppenunterricht. Neben dem Akkordeon wird die Melodica als Einstiegsinstrument unterrichtet.

Das gemeinsame Musizieren wird in unseren Spielgruppen, Ensembles und Orchestern gepflegt. Einzelheiten über die Ausbildung und die Spielgruppen sind auf den folgenden Seiten dargestellt.

Der Handharmonika-Club ist ein eingetragener Verein mit anerkannter Gemeinnützigkeit. Er ist Mitglied im Deutschen Harmonika-Verband.

Ein Karibischer Traum

Das Konzert des Akkordeon-Vereins HHC-Flottweg Sillenbuch fand am 6. Mai erneut in den schönen Räumen des Augustinum-Theaters in Stuttgart-Riedenberg vor zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörern statt. Ulrich Kuld führte in professioneller und unterhaltsamer Art und Weise durch das spannungsreiche Programm.

Ein präziser Paukenschlag eröffnete das Konzert und das Stück „Concertation" des Jugendorchesters unter der Leitung von Joachim Kersten. Die Einsätze der Schlagzeugerin Marion Wetzel waren ebenso wie die der Paukerin Melanie Schüle hier und während des ganzen Konzerts durchgängig sehr präzise und taktgenau.

Es folgte der sehr erfolgreiche Song von Elton John „Can you feel the Love tonight" aus dem Film „Der König der Löwen". Das Jugendorchester ging gefühlvoll auf die bekannte Melodie ein und der zugrunde liegende „Slow Fox" ging direkt in die Beine.

Jugendorchester beim Konzert am 6. Mai 2012

Nach einer launigen „Bären"-Einführung von Herrn Kuld spielten im Schülerorchester unter der sehr bewährten Leitung von Frau Marion Smirek zahlreiche kleine Melodica-Kinder und kleine Akkordeonisten „Vier bärige Stücke" von Klaus Link „Bärenmarsch, Bärenkinder, Bärentraum und der Tanzbär". Der Bogen der heiteren Musik spannte sich von Anfang an bis zum Schluss bei dieser großen Kindergruppe in bewundernswert homogener Weise. Mit sehr rhythmischen aber auch zarten und liebevoll gespielten zauberhaften Tönen und einem schmissigen und fröhlichen Schluss.

Der Auftritt von Wolfgang Bubeck, mit dem Big-Band-Medley von Franc Marocco, dem erst im März dieses Jahres verstorbenen großartigen Jazz-Akkordeonisten, folgte. Wolfgang Bubeck spielte das Medley im Zusammenspiel mit Marion Wetzel am Schlagzeug in gewohnter Perfektion im Rhythmus und Intonation. Es war ein Vergnügen, zuzuhören, denn er scheint auf dem Weg zum erfolgreichen Jazz-Akkordeonisten zu sein.

Die „Spaßorgler" unter der Leitung von Heike Hahn führten mit „Chapell's Melodiencocktail" in die Zeit der zwanziger und dreißiger Jahre mit Melodien von Irving Berlin "Play a little Melody", einem sehr schmissigen Foxtrott. Es folgte der mitreißende Beguine von Cole Porter: "Begin the Beguine". „September in the Rain" von Harry Warren wurde sehr kontrastreich mit einem schönen Spannungsbogen gespielt. Der sehr rhythmisch gespielte Mambo „Cucama" und „Wunderbar" aus dem Musical „Kiss me Kate" von Cole Porter folgten. Zum Schluss rundeten die „Spaßorgler" mit „Play a little Melody" den gelungenen Spannungsbogen ab.

Der zweite Teil des Abends war dem 1.Orchester unter der Leitung des Dirigenten des HHC Flottweg, Klaus Keck vorbehalten. Er begann mit der „Ungarischen Rhapsodie Nr. 2 von Franz Liszt, mit einem sehr getragenen Anfang, der von zügigen Passagen und einem interessanten Schluss gefolgt wurde, wobei das Triangelspiel und die Pauke sich äußerst präzise in das Spiel einfügten.

„La Pulce d'Acqua" (Der Wasserfloh), eines der bekanntesten vertonten Gedichte des italienischen Barden Angelo Branduardi, war die nächste gelungenen Überraschung des 1. Orchesters. Die mitreißende bekannte Melodie wurde mit exaktem Einsatz des Schlagzeugs gespielt.

Der Shuffle „Rosanna", eingespielt 1982 von der Gruppe „TOTO", (Grammy Award 1983), wurde furios, von J. Kersten als E-Gitarristen am Keyboard unterstützt, im perfekten sehr rhythmischen „Disco Sound" mit sehr präzisen Einsätzen dargeboten, der die zahlreichen Zuhörer in ihren Sitzen mitriss.

„Fluch der Karibik", geschrieben von den Frankfurtern Klaus Bader und Hans Zimmer, wurde von Ulrich Kuld mit der Geschichte des sehr erfolgreichen, äußerst parodistischen Films, dessen vierte Episode 2011 in die Kinos kam, eingeleitet. Gespielt wurde nach einem leisen Beginn mit einfühlsamer Melodienführung und erneut perfekter Schlagzeug und Paukenbegleitung, die sich bis zum furiosen Gewitter steigerte, so dass das perfekte „Karibik-Feeling" im Orchester und bei den Zuhörerinnen und Zuhörern entstand.

Als Zugabe spielte das 1. Orchester den Titel „One" aus dem Musical „A Chorus Line". In äußerst amüsanter Weise schickte Klaus Keck widerspenstige Akkordeonisten vor die Tür, da sie wohl „Hänschen klein" lieber spielen wollten, so dass sich dieser wunderschöne Konzertabend wie von selbst auflöste.

Diesem ausgezeichneten Akkordeonorchester merkte man seine Spielfreude deutlich an, so dass der „Funke" auf das Publikum übersprang.