Klaus Keck

1934 - 2014

Der Handharmonika-Club »Flottweg« Sillenbuch e.V. trauert um Klaus Keck, welcher am 20.3.2014 im Alter von 69 Jahren viel zu früh verstorben ist.

Die Liebe zur Musik entwickelte sich schon in jungen Jahren, da die ganze Familie, Vater, Geschwister, Großvater und Onkel mehrere Instrumente spielen konnten. So wurde im Hause Keck stets musiziert. Im Alter von 6 Jahren bekam er bei Werner Frank Einzelunterricht für Akkordeon. Durch Fleiß, Ehrgeiz und Talent machte er schnell große Fortschritte und spielte bereits im Alter von 12 Jahren im 1. Orchester des Handharmonika und Akkordeon Klubs Untertürkheim Luginsland (HAKUL) mit. Zwei Jahre später gründete Klaus Keck mit Spielern des Orchesters seine erste Tanz-Band.

Nach Abschluss der Schulausbildung wollte seine Mutter, dass der „Bub" einen ordentlichen Beruf erlernt. So begann er eine Lehre als Schriftsetzer und Buchdrucker mit dem Abschluss des „Schweizer Degen".

Im HAKUL spielte er weiterhin im 1.Orchester. Als der Dirigent und Ausbilder des HAKUL Werner Frank nach Sindelfingen umzog, übernahm Klaus Keck mit anderen Spielern des Orchesters die musikalische Ausbildung der Schüler. Werner Frank konnte die Proben des Orchesters nur noch 14-tägig abhalten und schlug Klaus Keck als Vertretung für die anderen Proben vor. So konnte er erste Erfahrungen als Dirigent und Probenleiter sammeln. In Trossingen nahm er an Osterseminaren und Dirigentenlehrgängen mit abschließenden Prüfungen teil.

Längst spielte er mit dem Gedanken sein Hobby zum Beruf zu machen. Dieser Schritt begann 1976 mit der Übergabe des Dirigentenstabs seines Lehrers Werner Frank beim HAKUL (1976-2001). Kurze Zeit später gründete er bereits seine eigene Musikschule in der Konradstrasse mit familiärem Flair im eigenen Haus. Seine Frau Uschi und seine Söhne Frank und Marc waren ebenfalls seine Schüler. So drehte sich alles in der Familie Keck um die Akkordeon Szene.

Im Jahr 1977 übernahm er die Ausbildung und Leitung des HHC »Flottweg« Sillenbuch, den er 36 Jahre lang mit viel Engagement bis zu seiner schweren Erkrankung im September 2013 leitete. Die jahrzehntelange gemeinsame Zeit beschränkte sich nicht nur auf musikalisches Zusammenwirken, sondern es war viel mehr! Seine Aufgabe sah Klaus Keck darin, den Spielern und Orchestern Verständnis und Empfindung für die Musik, sowohl im konzertanten als auch im unterhaltenden Bereich zu vermitteln. Zu vielen Stücken hat er selbst die Bearbeitung für Akkordeonorchester „seinen Spielern" auf den Leib geschrieben. Dabei hatte er immer die jeweiligen musikalischen Stärken aller seiner Spieler im Auge, hat diese betont und damit das Orchester als Ganzes gut klingen lassen. Die vielen erfolgreichen Konzerte und hervorragenden Platzierungen bei Wertungsspielen haben dies bestätigt.

Im Jahr 1980 übernahm Klaus Keck zusätzlich noch den HHC Kornwestheim (1980-2009) als Ausbilder und Dirigent, ebenfalls von seinem ehemaligen Lehrer Werner Frank. In dieser Zeit veranstaltete er mit seinen 3 Vereinen ein gemeinsames Konzert welches sehr viel Anklang fand. Ebenso spielte er mit seinen Orchestern zahlreiche Aufnahmen bei verschiedenen Rundfunkanstalten ein.

Klaus Keck hat sich aber nicht nur in „seinen" Vereinen engagiert. Er engagierte sich darüber hinaus auch auf allen Ebenen unseres DHV, im Bezirk Stuttgart-Ludwigsburg, im Landesverband Baden-Württemberg und im Bundesverband. Er wirkte auf allen nur denkbaren Gebieten. So war er zum Beispiel im „DHV-Bezirk Stuttgart-Ludwigsburg" zunächst stellvertretender Bezirks-Jugendleiter und später Bezirks-Jugendleiter, dann stellvertretender Bezirks-Dirigent und später Bezirks-Dirigent.

Er engagierte sich auch als Betreuer, Dozent, Übungsleiter und Dirigent bei Übungswochenenden und Jugend-Freizeiten. Von den Jugend-Freizeiten in Südtirol schwärmen noch heute viele einstigen Teilnehmer. Ebenso tätig war er als Dozent bei D-Lehrgängen und bei Aufbauseminaren für künftige Übungsleiter und Dirigenten. Das Lehrgangsmaterial für die erwähnten D-Lehrgänge des DHV wurde in den 70er-Jahren von einem Arbeitskreis unter der Leitung von unserem Klaus Keck gestaltet.

Übergangsweise dirigierte Klaus Keck den 1. HHC 1930 Bad Cannstatt im Jubiläumsjahr 2005, bis ein neuer Dirigent im Jahr 2007 gefunden werden konnte.

Klaus Keck war als Lehrer manchmal streng, aber auch geduldig, einfühlsam, witzig, sehr hilfsbereit und für Neues immer aufgeschlossen. Es war ihm ein großes Anliegen auch Originalkompositionen für Akkordeonorchester zu spielen. Damit wollte er zeigen, dass man mit einem Akkordeonorchester auch sehr anspruchsvolle Musik machen kann.

Wir sind sehr dankbar für die Zeit, die wir mit so einem außergewöhnlichen Menschen wie Klaus Keck verbringen durften.