Außergewöhnliches Akkordeonkonzert des HHC „Flottweg“ Sillenbuch

Der HHC „Flottweg“ Sillenbuch konzertierte am 14. April im Stiftstheater des Augustinums. Bei diesem Jahreskonzert war einiges anders: Als Gast bestritt das Bezirksorchester Staufen den zweiten Teil des Abends.

Dieses Orchester besteht aus etwa 40 wechselnden Spielern aus verschiedenen Vereinsorchestern, die sich einige Male treffen, um in intensiver Probenarbeit unter dem Dirigenten Erwin Schuster schwierigste Stücke zu erarbeiten.

Die Spieler verblüfften mit ihrer Präzision und der Leichtigkeit, mit der sie alle technischen Probleme meisterten, wie in den Stücken aus den „Carmen-Suiten 1 und 2“ von Georges Bizet (Sequedille, Danse Bohème, Les Toreadores, Aragonese) und in der „Fledermaus“-Ouvertüre von Johann Strauss, aber auch, wie sie im Allegretto-Satz der 7. Sinfonie Beethovens den Prozessionscharakter dynamisch herausarbeiteten. Aber sie zeigten am Anfang in der „Coriolan“-Ouvertüre Beethovens, dass sie in der Lage sind, den zwiespältigen Helden Coriolan in seiner Geradlinigkeit und in seinem aufbrausenden Wesen einfühlsam darzustellen. Weiter stand auf dem Programm die „Werziade 3“ von Fritz Dobler, ein dreiteiliges Stück unterhaltsamen Charakters, in dem die Elektronien ihr Können zeigen durften , und „Hedwigs Thema“ aus den „Harry Potter“-Filmen, worin vor allem der Keyboard-Spieler sein Instrument am Anfang gespenstisch-flirrend einsetzte.

Den ersten Teil des Abends bestritten die Orchester des HHC. Den Auftakt machte das Jugendensemble unter Daniel Franz mit Astor Piazzollas „Oblivion“, in dem das Vergessen ohne Klage über die entschwindende Erinnerung treffend herausgearbeitet wurde. Hervorheben muss man hier den Solopart von Armand André. Als zweites Stück bot das Ensemble „Simple Song Nr. 6“ von Hans-Günther Kölz, das bei vieler Melodik doch stark rhythmisch orientiert ist, was die Jugendlichen deutlich zum Ausdruck brachten.

In der Pause zum Schülerorchester wurden sechs Spieler für dreißig-, bzw. vierzigjährige Mitgliedschaft und Aktivitäten im Verein geehrt, Jahre, die man ihnen nicht ansehen konnte: Musik hält jung!

Danach: Wie konzentriert und präzise die Kleinen des Schülerorchesters unter Marion Smirek die „Akkordeon-Spielereien“ von Klaus Keck spielten, war eine kleine Überraschung und lässt auf Nachschub für die „höheren“ Orchester hoffen. Mit großem Ernst brachten sie diese Bearbeitung von Volks- und Kinderliedern zu Gehör.

Was ist über das 1. Orchester zu sagen? Wir kennen die Vorliebe seines Dirigenten Alexander Cargnelli für überraschende Takt- und Rhythmuswechsel. Dies machten die Spieler präzise mit, wobei ihnen die technischen Probleme der von ihnen vorgestellten Stücke keine Probleme zu machen schienen. Dies zeigten sie zuerst in „Excursions to Fantasy“ von Jürgen Schmieder, wobei sie von den Schlagzeugern Nicole Brändle und Stephan Günther einfühlsam unterstützt wurden. Bei diesem Stück konnten die Zuhörer, auch in den lyrischen Passagen, ihrer Vorstellungsgabe freien Lauf lassen.

Auch in „Flash“, in dem der Komponist Wolfgang Ruß-Plötz mit den Tempi schnell – langsam, schnell einen Blitz nachahmte, standen die raschen Wechsel auch einzelner Phrasen im Vordergrund. Doch in der „Spanischen Fantasie“ konnten die Spieler ihre Freude an melodischem Spiel ganz zeigen; denn der Komponist Werner Niehus brachte hier seine Eindrücke eines Spanien-Aufenthalts durch Verwendung volkstümlicher Melodie zum Ausdruck. Hier ragten die Solisten Manuel Herzog und Wolfgang Bubeck besonders heraus. Mit einem Count down startete dann als Zugabe das Raumschiff „Orion“ den temperamentvollen Abschluss.

Die überaus zahlreich erschienen Zuhörer dankten mit langem Applaus den Orchestern und Ulrich Kuld, der mit erklärenden und witzigen Worten durch das Programm führte.

Schülerorchester

Schülerorchester

Jugendensemble

Jugendensemble

Jugendensemble

Jugendensemble

DHV Ehrungen

DHV Ehrungen

1. Orchester

1. Orchester

Bezirksorchester Staufen

Bezirksorchester Staufen